
Die Desinfektion durch Sprühverfahren mit einer Lanze ist in der Lebensmittelindustrie eine übliche Methode, die sich in der Branche durchgesetzt hat. Weil die Desinfektion der letzte Schritt vor Arbeitsschluss ist, wird dieser Teil jedoch oft unter Zeitdruck vernachlässigt. Liefert die Desinfektion unbefriedigende Ergebnisse (zu hohe Gesamtkeimzahl, pathogene Keime wie Listerien, Salmonellen etc.), ist oft nicht das Desinfektionsmittel die Ursache, sondern dessen mangelhafte Ausbringung.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Menge und Verteilung des Desinfektionsmittels auf einer zu desinfizierenden Oberfläche sehr unterschiedlich ist. Oftmals wird zuviel aufgetragen, was zu so genannten Abtropfverlusten führt, oder aber man verwendet für eine sichere Oberflächendesinfektion zu wenig Desinfektionsmittel.
Eine vollständige Benetzung der Oberflächen ermöglicht die Aerosoldesinfektion. Dieses neue Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit den Hochschulen Winterthur und Wädenswil entwickelt.

Dadurch werden dieses Tropfen auch von vertikalen Oberflächen (Wände, Türen etc.) angezogen und letztere vollständig benetzt.
Die Verteilung des Desinfektionsmittels kann mit speziellen Indikatorpapieren überprüft werden. Bei der manuellen Sprühdesinfektion (rote Balken) verteilt sich die Menge an Desinfektionsmittel von 0 ml/m2 (keine Benetzung) bis über 400 ml/m2, was einer deutlichen Überdosierung entspricht (siehe Balkendiagramm). Das Verteilspektrum kann mit der Aerosoldesinfektion verringert werden, so dass die meisten Proben zwischen 50 und 200ml/m2 liegen, was einer optimalen Verteilung des Desinfektionsmittels entspricht (blaue Balken).